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36 Jahre lang verlässlich, herzlich, engagiert: Martin Seiwert als Stadtkantor verabschiedet

Artikel in der Mainpost von Stefan Menz
Mit einem kirchenmusikalischen Highlight nahm die Stadtkirche Schweinfurt Abschied von ihrem langjährigen Stadtkantor und sympathischen Kirchenmusiker

Viele schmunzelnde Gesichter, gerade bei den jungen Besuchern, konnte man schon zu Beginn des Sonntagsgottesdienstes in der Stadtpfarrkirche Heilig Geist erblicken. Warum? Mit Händels „Zadok the Priest“ begann die gut eineinhalbstündige kurzweilige Liturgie. Das Stück gehört bis heute zu den Krönungshymnen der englischen Könige, bekannt ist es auch den Fußballfans, da es die Erkennungsmelodie der Champions League gespielt wird. Pfarrer Stephan Eschenbacher stand dem feierlichen Gottesdienst vor, der am Ende auch den rührenden Abschied vom hochverdienten Stadtkantor kennzeichnete. Für Rührung indes hatte Martin Seiwert gar keine Zeit. Zum Ein- und Auszug saß der gebürtige Saarländer, studierte Soloorganist und Kirchenmusiker natürlich selbst an der Orgel, dazwischen dirigierte er seine Chöre, die alle zum Abschiedsstelldichein gekommen waren. Ging es im bekannten Evangelium des Sonntags um den „Schatz im Acker“, erfuhr am Ende des Gottesdienstes das vollbesetzte Gotteshaus was für ein großer Schatz Martin Seiwert für Schweinfurt und die ganze Region war. Pfarrer Eschenbacher hob hervor: „Für ihre Verlässlichkeit, ihre Herzlichkeit, ihr großes Engagement danke ich Ihnen von Herzen.“ Für den Heilig-Geist-Chor sprach Ralf Hofmann aus Zeil: „Danke für deine Geduld, deinen Humor und dafür, dass du uns immer auf Augenhöhe begegnet bist.“ Mehrmals wurden die Dankesreden von Standing Ovations unterbrochen. Zu guter Letzt hatte der scheidende Kantor das Wort, der sichtlich gerührt allen dankte, vor allem seiner Familie. „Ich habe gerne hier gearbeitet und tatsächlich nie bereut vom Saarland über die Pfalz nach Unterfranken gezogen zu sein“, so Seiwert. Am Ende noch zwei Nachrichten, die alle erleichtert aufnahmen: Martin Seiwert bleibt Schweinfurt und der Region treu. Und seine Stelle wird – wenn auch in anderem Zuschnitt – nahezu nahtlos wiederbesetzt. Im Anschluss blieben viele Weggefährten aus den vergangenen Jahrzehnten zum Empfang in der Kirche. Am Nachmittag gab es noch ein eigenes Überraschungskonzert für den verabschiedeten Stadtkantor.

Stefan Menz (Mainpost)

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