So viele Eindrücke prasselten auf alle nieder, wie die Regentropfen, die uns immer wieder ärgerten, uns aber nie die gute Laune verderben konnten.
Über 63.000 Schritte liegen hinter mir. Schritte, die ich bewusst gegangen bin, um von einer Veranstaltung zur nächsten zu kommen, um einen kleinen Umweg zu machen, weil ich irgendwo verborgen in einer Seitengasse etwas entdeckt habe. Schritte über das Kopfsteinpflaster des Residenzplatzes. Schritte am Mainufer entlang, zwischen den Zelten der Kirchenmeile. Schritte durch beeindruckende Kirchen. Schritte in ruhige Gartenanlagen. Schritte in Seminarräume und Konferenzsäle. Schritte zu Theateraufführungen und Konzerten. Schritte an Menschen vorbei. Schritte auf andere Menschen zu.
Eine besondere Atmosphäre herrschte in der Stadt. Über 34.000 Karten waren verkauft worden. Über 70.000 Menschen kamen zum Katholikentag. War am Mittwoch noch eine kurze Verwirrung zu spüren: "Ist das schon das Africa-Festival?", war spätestens ab Donnerstag ganz Würzburg in katholischer Hand. Die gelb-blauen Schals ein leuchtendes Zeichen der Verbundenheit.
In Erinnerung bleiben mir vor allem die vielen Begegnungen mit Menschen. Die meisten eher zufällig, aber immer freundlich, mit einem Lächeln auf den Lippen und einem guten Wunsch beim Verabschieden. In den kurzen Einmaltreffen entstanden gute und tiefgründige Gespräche. Es wurde gelacht, gesungen, sich gegenseitig unterstützt. Ganz selbstverständlich. Und ab und zu traf man auf Bekannte und Freunde. Man musste sich nie einsam fühlen, sondern willkommen, aufgenommen und angenommen. Eine echte Gemeinschaft.
Für Überforderung sorgte höchstens das volle Programm. Mehrfach bekam ich zu hören, dass man nicht wusste, wo man nach Veranstaltungen suchen kann und wie man Veranstaltungen findet. Menschen, die spontan oder nur einen Tag eingeplant hatten, waren oft ratlos. Wir hätten uns auch gewünscht, dass es an den großen Veranstaltungsorten einen Programmplan gibt, der darauf hinweist, welche Veranstaltungen am jeweiligen Tag stattfinden.
Denn das Angebot war vielfältig. So blieb Familie Beck vor allem die Musik in Erinnerung. Vom "Alte Bekannte"-Konzert über das offene Chorsingen. Würzburg als Heimat und Arbeitsstadt wurde lebendig, bunt und anziehend. Gefüllt mit einer positiven Atmosphäre und einer "Dauerberieselung durch Gott"(Prof. Barbara Schmitz).
Für Gabi Treutlein war schön zu sehen, wie viele Menschen sich für das Friedhofscafé interessieren und sich Tipps geholt haben, um selbst etwas zu initiieren. Es tut gut, ein Mu(l)tiplikator zu sein.
Isolde Löb (Gemeindereferentin für die Kur- und Rehaseelsorge Bad Neustadt) ließ sich gerne treiben in der Stadt mit ihrer besonders positiven Atmosphäre. Sie hat großen Respekt vor dem Engagement, das dahintersteckt. Als Highlights erwähnt sie das Konzert von Judy Bailey mit Band und "Orgel rockt" im Dom.
Sebastian Krines (Diakon in der Pfarreiengemeinschaft Marienbachtal) der mit einer Schar Ministranten aus Dittelbrunn angereist war, blieb der Gottesdienst für junge Menschen und Junggebliebene im Gedächtnis. Bischof Gerber machte seine Sache sehr gut und sorgte für ein positives Highlight am Abend.
Hab Mut, steh auf. Nicht nur am Katholikentag. Jeden Tag. Für Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Nächstenliebe, den Glauben, Demokratie. Nicht nur in Würzburg. Hier in deiner Gemeinde.
Hab Mut, steh auf und nimm die Angebote in Schweinfurt wahr oder bringe dich selbst aktiv ein, damit wir noch lange eine lebendige Gemeinschaft sein können.
Rebekka Niedermeyer

















































