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"Ich habe einen Schatz gefunden" - eine Predigt zum Glaubensschatz

Im Gleichnis vom "Schatz im Acker" regt uns Jesus an, darüber nachzudenken, was wir am Glauben schätzen. In seiner Predigt am 17. Sonntag teilt Pfr. Stephan Eschenbacher seine Gedanken dazu.

Liebe Schwestern und Brüder!

"Ich habe einen Schatz gefunden", so singt die Band Silbermond bereits im Jahr 2006. Bei dem Thema "Schatzsuche" geht aber meine Erinnerung noch viel weiter zurück, nämlich in meine Kindheit. Da gab es das Buch und den Film "der Schatz im Silbersee" oder "die Schatzinsel". Hier galt es einen unfassbar wertvollen Schatz zu heben, bestehend aus Gold, Silber und Edelsteinen; er versprach Reichtum, Macht und ein sorgloses Leben.

Um einen Schatz ging es auch im heutigen Evangelium. Jesus bezeichnet hier den Glauben als einen Schatz, oder besser das Himmelreich: "Mit dem HImmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war." Für Jesus ist also der Glaube ein unendlich wertvoller Schatz - und für mich? Mit dem heutigen Gleichnis will Jesus seine Jüngerinnen und Jünger - also auch uns heute - dazu anregen, sich zu fragen: Ist der Glaube für mich ein Schatz? Was schätze ich an meinem Glauben? Was macht mir meinen Glauben wertvoll?

Die Antwort auf diese Fragen muss jeder und jede selbst für sich finden. Ich kann hier nur meinen (vorläufigen) Antwortversuch anbieten. Was macht mir meinen Glauben wertvoll? Was schätze ich an meinem Glauben?

  • Ich schätze an meinem Glauben, dass ich darauf vertrauen darf, dass Gott mich unendlich liebt, und zwar so, wie ich bin. Ich muss mir diese Liebe nicht verdienen, sie ist von Anfang an da. Diese Wertschätzung Gottes schenkt mir als Person einen Wert und eine Würde. Weil es Gott ist, der mich liebt, bin ich als Person sogar unendlich wertvoll. Und das gilt nicht nur für mich, sondern für alle Menschen.
  • Ich schätze an meinem Glauben, dass er mir eine Orientierung bietet und mit Jesus jemand, der das vorlebt. "Liebe Gott, liebe deinen Nächsten, liebe dich selbst" ist für mich ein unschätzbarer ethischer Wegweiser im Leben. Dazu kommt der Einsatz für Frieden, für Gerechtigkeit, für die Bewahrung der Schöpfung und besonder der Blick auf die Notleidenden. Ich kann das alles bei Weitem nicht immer einholen. Aber die Richtung stimmt für mich (zumal im Gegensatz zu so viel Egoismus und Selbstbeweihräucherung derzeit). Für mich kommt es darauf an, jeden Tag in kleinen Schritten, diesen Weg des Evangeliums von Neuem einzuschlagen bzw. es zumindest zu versuchen.
  • Ich schätze an meinem Glauben, dass er mir Gemeinschaft schenkt. Ich habe schon so viele gute und tiefe Gemeinschaft unter Christinnen und Christen erlebt: bei Gottesdiensten, Wallfahrten, Bibelkeisen oder auch bei schönen Festen und bereichernden Feierlichkeiten.
  • Ich schätze an meinem Glauben weiter, dass er mir Halt gibt. Gerade in schwierigen Zeiten. Das ist kein Automatismus und keine Droge für die geschundene Seele. Denn dazu gehört oft auch ein innerer Kampf mit diesem unbegreiflichen Gott, manchmal auch das Gefühl von Leere und Gottesferne. Aber durch all das hindurch komme ich letztlich immer wieder an den Punkt, dass ich dankbar dafür bin, dass ich mich in meiner Not an diesen Gott wenden kann. Das gibt mir Halt und Kraft.
  • Schließlich schätze ich an meinem Glauben, dass er mir Hoffnung gibt. Die Hoffnung, dass mit diesem Leben nicht alles aus ist, sondern dass es eine andere Welt gibt, die wir "Himmel" nennen, wo es - wie auch immer - weitergeht und sich letzten Endes alles vollendet.

All das und sicher noch so manches mehr macht mir meinen Glauben wertvoll. Der Glaube schenkt mir keinen Reichtum und keine Macht, so wie der "Schatz im Silbersee"; er schenkt mir noch nicht einmal ein sorgloses Leben. Aber er schenkt mir ein sinnerfülltes Leben, Halt in schwieriger Zeit, die Vision einer gerechten und friedlichen Welt, an der ich mitbauen kann/soll und die Hoffnung auf Ewigkeit. Das ist es allemal wert.

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