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Gesegnetes neues Jahr

In seiner Predigt an Silvester und Neujahr fragt Pfr. Eschenbacher, ob uns das Geheimnis von Weihnachten auch über das Jahr berührt. Dabei könnten wir so viel von diesem Geheimnis ins neue Jahr mitnehmen, um hoffnungsvoll zu starten.

Liebe Schwestern und Brüder!

Das Weihnachtsfest ist für viele von uns – gefühlt - vorbei. Die Geschenke sind ausgepackt, das Geschenkpapier entsorgt, die Familienmitglieder, die uns besucht haben, sind wieder abgereist. Allenfalls der Weihnachtsbaum und die Krippe erinnern noch an das Fest. Jetzt steht schon wieder etwas Neues an: das Jahr 2026.

Im Evangelium haben wir von Personen gehört, die ebenfalls auf Weihnachten zurückschauen. Sie brechen von der Krippe auf und gehen nun wieder ihre Wege: Es sind Maria, Josef, die Hirten. Wie sind sie gestimmt? Maria nachdenklich: „sie bewahrte und erwog all das in ihrem Herzen“, so heißt es im Evangelium. Die Hirten sind fröhlich und hoffnungsvoll: „sie rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten.“

Und wie sind wir gestimmt – nach Weihnachten mit Blick auf unsere bevorstehenden Wege im neuen Jahr? Nachdenklich, wie Maria, hoffnungsvoll wie die Hirten oder doch eher pessimistisch, wie 45% der deutschen Bevölkerung?

Maria, Josef, die Hirten sind offenbar noch berührt von dem, was sie an Weihnachten erlebt haben. Sie sind noch erfüllt vom Glanz der Krippe und vom Jesuskind. Das scheint ihre Stimmung zu beeinflussen. Wie sieht das bei mir aus? Bin ich noch berührt vom Weihnachtsgeschehen, hallt das noch in mir nach, was in Bethlehem geschehen ist? Oder ist das alles schon wieder längst abgehakt und Schnee von gestern?

Wir rechnen unsere Zeit immer noch „nach Christi Geburt“. Wir schreiben jetzt das Jahr 2026 nach Christi Geburt. Hat Christi Geburt einen Einfluss auf mein Leben nach Weihnachten, also das Jahr über? Wir könnten so viel mitnehmen von diesem Fest auch in das neue Jahr. Vielleicht wären wir dann ein Stück hoffnungsvoller gestimmt, wie die Hirten.

Was können wir mitnehmen von diesem Fest ins neue Jahr?

  • Vielleicht, dass wir 2026 mehr auf das Kleine, Unscheinbare achten sollten. Jesus wird ja als kleines Kind geboren. Glück und Erfüllung finden überhaupt oft im Kleinen statt: in einer helfenden Geste, in einem Lächeln, in einem liebevollen Wort. Wenn wir mehr darauf achten würden, auf die kleinen, unscheinbaren aber schönen Dinge des Lebens, würde das vielleicht unsere Stimmung heben.
  • Vielleicht, dass wir uns gegenseitig in manchen Bereichen einen Neuanfang gönnen sollten. Ein kleines Kind ist ein Neuanfang an Leben. Gerade dann, wenn Situationen sehr verfahren sind, hilft oft ein Neuanfang, um wieder Leben und Lebendigkeit zu spüren. Dazu gehört, einander zu verzeihen oder sich selbst auch manches zu verzeihen. Dazu gehört nicht immer nachzukarten, sondern Vergangenes auch einmal ruhen zu lassen. Dazu gehört, sich gegenseitig zu vertrauen und darauf zu vertrauen, dass etwas Gutes wachsen und sich entwickeln kann.
  • An Weihnachten feiern wir ja, dass Gott einer von uns wird, dass er sich in den Menschen hineinversetzt. Deshalb könnten wir für dieses Jahr von Weihnachten auch mitnehmen, dass es manchmal hilft, sich in den anderen hineinzuversetzen. Anstatt alles und jeden zu kommentieren und – noch schlimmer – zu bewerten, ist es manchmal auch sinnvoll, sich die Frage zu stellen: Wie würde es mir gehen, wenn ich in dessen Haut stecken würde? Das erzeugt Verständnis füreinander und für den anderen, das lässt uns auf Augenhöhe begegnen und macht es leichter, miteinander im Dialog zu sein.
  • Und schließlich kann ich für dieses Jahr von Weihnachten mitnehmen, dass Gott da ist. Im dreckigsten Stall, in der hintersten Ecke, im größten Mist: Gott ist da, er geht mit mir durch alle Höhen und Tiefen auch wieder des kommenden Jahres. Unscheinbar, wie ein Kind… aber ER IST DA. Sein Licht leuchtet tief in meiner Seele und will davon auch nicht weichen, bis in alle Ewigkeit.

Die Hirten muss irgendetwas von dem berührt haben, dass sie so froh und hoffnungsvoll ihre Wege - von der Krippe weg - gehen konnten. Vielleicht berührt mich auch etwas von Weihnachten, das ich mitnehmen kann ins neue Jahr, das mich hoffnungsvoll stimmt für das Jahr 2026 nach Christi Geburt.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes neues Jahr.

Mit vielen Grüßen

Pfr. Stephan Eschenbacher