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Ostern - trotzdem Leben

In seiner Predigt betont Pfr. Eschenbacher, dass die Botschaft von Ostern dem Tod trotzt. Am Ende siegt das Leben. Wie die beiden Frauen im Evangelium, können auch wir zu Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträgern werden. In diesem Sinn wünschen wir Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest.

Liebe Schwestern und Brüder!

Im Matthäusevangelium setzt sich die Botschaft von der Auferstehung Jesu mit "Pauken und Trompeten" durch, oder besser gesagt mit Blitz und Donner, wie ein Erdbeben.

Die Botschaft, dass da einer lebt nach dem Tod, dass das Leben stärker ist als der Tod, diese Botschaft kommt ja tatsächlich wie ein "Blitz" aus buchstäblich "heiterem Himmel", es ist ein religiöses Erdbeben, das da die Welt erschüttert. Kaum zu glauben, schier unglaublich - und doch nur im Glauben annähernd zu begreifen.

Deshalb tun sich auch heute viele unserer Zeitgenossen schwer mit dieser Botschaft, so wie die Soldaten damals am Grab. Sie waren wie "tot", so hieß es im Evangelium; der Tod wird in unserer Gesellschaft oft totgeschwiegen - was soll man auch dazu sagen, wenn man glaubt, dass er das Ende ist. Dann lieber davor davonlaufen, wohl wissend, dass er einen doch irgendwann einholt?

Auch die beiden Frauen, die sich in der Dunkelheit des Ostermorgens auf den Weg machen, wollen eigentlich nur "nach dem Grab sehen". Anscheinend brauchen sie das, um sich selbst zu vergewissern, um zu begreifen, dass Jesus wirklich tot ist, dass sie ihre Hoffnungen und Träume begraben können, die sie mit ihm zusammen vom Reich Gottes geträumt haben. Doch dann kommt alles ganz anders.

Das Grab ist leer und es trifft sie die Erkenntnis wie ein Blitz aus heiterem Himmel, dass ER lebt. Sie können ihren Augen wohl noch nicht so recht trauen, aber der Glaube in ihnen wächst und lässt sie ahnen: Jesus ist auferstanden! Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Jetzt weicht auch die Trauer in ihnen, die Hoffnungsloigkeit, die Niedergeschlagenheit und sie beginnen, sich innerlich aufzurichten und hören die Worte, die nun logisch erscheinen: Wenn es stimmt, dass das Leben stärker ist als der Tod, dann brauchen wir uns nicht zu fürchten. Trotz Dunkelheit und Nacht bricht der neue Tag herein mit seinem Licht.

Ostern ist die "Trotz-Reaktion" Gottes auf so manches todbringende Weltgeschehen. Es ist das "Jetzt-Erst-Recht" Gottes, das der Botschaft und dem Leben Jesu zu seinem Recht verhilft. Mit Ostern sagt mir Gott, was sein unbedingter Wille ist: trotz Dunkelheit - Licht, trotz Unterdrückung - Freiheit, trotz Hass - Liebe, trotz Tod - Leben.

Der Engel am Grab sagt zu den Frauen: "Geht schnell zu den Jüngern und sagt ihnen: Jesus ist von den Toten auferstanden. ER geht euch voraus nach Galiläa. Wer der Botschaft glauben kann, dass die Liebe stärker ist als der Tod, dass das Gute siegen wird, dass Frieden und Freiheit sich letztendlich den Weg bahnen werden, dass am Ende das Leben steht... wer das glauben kann, bringt etwas in Bewegung - wie die Frauen.

"ER geht euch voraus nach Galiläa", Galliläa ist der Ort, wo alles mit Jesus begonnen hat, Galiläa steht für den Alltag der Jüngerinnen und Jünger. Wenn wir der Botschaft von Ostern glauben können, dass das Leben siegt, dann können auch wir etwas bewegen in unserem Alltag. Dann bedeutet Auferstehung auch Aufstehen gegen gegen alles Todbringende in dieser Welt und in unserem Alltag. Dann können wir in kleinen Schritten etwas bewirken uns so der österlichen Botschaft zu ihrem Recht verhelfen. Das bedeutet dann auch für uns: Trotz Hass liebe säen, trotz Unfrieden Versöhnung wagen, trotz Niedergeschlagenheit Hoffnung verbreiten, trotz Tod dem Leben trauen. Oster hat nicht nur Festcharakter, es ist vor allem auch alltagstauglich. So können wir dem österlichen Licht helfen, sich zu verbreiten, so wie wir es zu Beginn dieses Gottesdienstes erlebt haben. Wie die beiden Marias im Evangelium können auch wir zu Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträgern werden.

Wir können das, weil das göttliche Licht schon längst in uns entzündet ist. Jenes Licht des Glaubens, das uns Gott als einen Gott des Lebens erahnen lässt. Jenes Licht, das uns "Glauben macht": Trotz des augenscheinlichen Todes hält Gott das Leben für uns bereit. Diese Botschaft lässt uns aufstehen für das Leben und für die Liebe. Also: Fürchtet euch nicht! ER geht euch voraus.